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Meandall, Me and All

MEANDALL

WASSERTROPFENGESCHICHTEN

Neanda, der quirlige Wassertropfen aus dem Neandertal

Ich, der quirlige Wassertropfen NEANDA, entstand als eines von vielen Tröpfchen tief unter der Erde. Mit meinen Geschwistern tollte ich Tag und Nacht herum, planschte wohlbehütet viele Hunderttausende Jahre tief unter dem Neandertal im Bergischen Land. Manchmal schaffte ich es, losgelöst von den anderen allein an der Felsendecke zu kleben. Das waren die schönsten Augenblicke in meinem Leben! Obwohl es dunkel war, konnte ich sehen und fühlen, dass es noch etwas anderes als Wassertropfen und Mineralgestein gab. Ich war neugierig auf diese andere Welt und wollte unbedingt nach oben. Was tat ich nicht alles dafür! Oft düste ich mühevoll hoch zur Felsendecke, doch immer wieder fiel ich von dort zurück zu den anderen. Meine Sprünge von der Decke wurden im Laufe der Jahrtausende immer perfekter und immer mehr Wassertropfen versammelten sich und sahen mir zu, wenn ich sprang. Ich konnte die allerschönsten Verwirbelungen zaubern, wenn ich vom Felsen auf mein Wasserpublikum prallte! Ich war ein Star! Jeder Tropf im Haaner Felsen kannte mich.

Wir lebten zwischen unseren steinigen Wänden in fast absoluter Stille, nur ab und zu plantschten irgendwo kleine Tröpfchen oder es klatschte eine große Horde frecher Wassertropfen gegen die Felswand. Doch eines Tages hörten wir von fern ein seltsames Geräusch. Das Geräusch wurde lauter und lauter. Es kam von oben, soviel war bald klar! Ich war total aufgeregt. Von oben! Da wollte ich hin! Unsere Felsenwohnung zitterte, wir zitterten mit. Kleine Steinchen bröckelten ab und fielen weich zwischen uns Tropfen. Und plötzlich schob sich etwas nie Gesehenes aus der Felsendecke herab zu uns, es war rund und glänzte. Kurz über uns hielt "es" an und drehte sich um sich selbst. Wir erstarrten, unsere Neugier wich der Angst. "Es" drehte sich nochmals um sich selbst, als würde es etwas suchen. Und noch eine Pirouette. Dann brummte es und drehte sich in die Gegenrichtung leicht nach oben. He, "es" wollte doch nicht etwa wieder nach oben - ohne mich! Ich nahm all meinen Mut zusammen und wisperte: "Ääähhmm, kann ich helfen?" "Es" brummte: "Gibt’s hier irgendwo Wasser? Ich soll Wasser nach oben bringen." Ich hüpfte vor Freude auf der Wasseroberfläche und rief: "Komm doch noch ein klitzekleines Stückchen herunter, hier gibt es nichts als Wasser!" "Es" senkte sich herab und tauchte ganz langsam in meine Wasserfamilie ein. Alle sprangen zur Seite, nur ich nicht. Ich schwamm genau in die Mitte und rief schnell meine besten Freunde herbei. Plötzlich gluckste ich nur noch, denn wir waren im Runden, Glänzenden eingeschlossen. Es wurde wieder laut, und in rasanter Geschwindigkeit und ganz ohne uns anzustrengen stiegen wir auf! Mir wurde schwindlig, denn in Sekunden über dreihundertfünfzig Meter in die Höhe zu steigen, das war einfach überwältigend. Sonst brauchte ich viele Tage nur für die 5 Meter bis zur Felsendecke!

Oben wurden wir aus unserer glänzenden Hülle befreit. Was haben wir für einen Schreck bekommen! Alles war so bunt und warm! Und laut! Erdlinge begrüßten uns freundlich, einer von ihnen kam mit vorsichtigem Handschlag direkt auf uns zu. Ich klammerte mich an seinen Finger und wurde herausgezogen, weg von meinen Freunden. Der Erdling betrachtete mich, seine Augen hatten die gleiche Farbe wie ich. Was würde passieren? Ich klebte an seinem Finger und wartete gespannt. Doch es zog mich mit aller Kraft nach unten zu den anderen. Und plötzlich war mir klar, dass der Erdling mich fallen sehen wollte! Extra deshalb hat er mich nach oben geholt! Ich hatte nicht mehr viel Zeit für eine gute Vorbereitung. Ich tropfte mit einem Freudenschrei vom Erdlingsfinger hinab zu meinen Freunden , es war der schönste Sprung meines Lebens! Die Augen der Erdlinge waren vor Bewunderung riesengroß geworden und es machte irgendwo "klick", als ich auf den andern Tropfen landete. Dieser Sprung hat mich berühmt gemacht in der Oberwelt, denn er wurde gefilmt und fotografiert. Ich habe zusammen mit meinen Freunden die kunstvollsten Verwirbelungen hingekriegt, die je gesehen wurden. Bis heute hat es noch kein anderer Tropfen geschafft, meine Freunde und mich zu toppen.

Ach ja, das auf deinem Schirm, das bin ich, Neanda.



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